Franz-Haniel-Gymnasium

Duisburg-Homberg

 
 

Bio-LK auf Mission – Das Geheimnis der Bergehalde

Nachdem im Unterricht die ökologischen Parameter in dem anthropogenen System Bergehalde thematisiert worden waren, bot sich dem Biologie-Leistungskurs des Franz-Haniel-Gymnasiums die Möglichkeit, diesen Lebensraum mit den eigenen Sinnen zu erfahren: Der LUMBRICUS der Naturschutz-Akademie des Landes NRW hatte auf eine Anfrage des Biologielehrers René Immig einen für die Rungenberghalde Termin vergeben. Ziel war es mit dem rollenden und hervorragend ausgerüsteten Klassenzimmer unter fachkundiger Begleitung von Herrn Dietmar Schruck Daten über eine „echte“ Halde zu gewinnen und so einen tieferen Einblick in die Zusammenhänge zwischen biotischen und abiotischen Faktoren zu erhalten, die Zeigerwerte nach Ellenberg zu vertiefen und überhaupt das praktische Arbeiten im Feld gegen das Smartboard zu tauschen. Ganzheitliches Arbeiten mit allen Sinnen war gefragt. All dies war durch die Arbeit mit dem LUMBRICUS vor Ort möglich.

tl_files/fhg/faecher/bi/exkursion2016/Lumbricus1.jpgLassen wir den Biologiekurs selbst zu Worte kommen:

Am 1. Juni 2016 machte sich der Bio-LK von Herrn Immig auf nach Gelsenkirchen, um dem Geheimnis der Natur ein Stückchen näher zu kommen. Dort angekommen, wartete schon der „Lumbricus“ am Fuße der Halde auf uns.
Für alle NICHT-Biologen: Lumbricus terrestris bezeichnet den uns allen bekannten Regenwurm. Allerdings warteten nicht nur viele Regenwürmer auf uns, sondern vor allem der Lumbricus-Bus und mit ihm Dietmar Schruck, der Einsatzleiter. Der Bus, eher ein fahrendes Klassenzimmer als ein Bus, bot uns nicht nur Schutz vor dem Regen, sondern stellte uns auch viele erforderliche Materialien und Instrumente zur Verfügung.

Eingewiesen von Herrn Schruck und aufgeteilt in fünf Gruppen, jeweils versehen mit ökologischen Aufträgen, erklommen wir die Halde. Zwischen Nebel und Niesel bestimmten wir die Pflanzen- und Tierarten, die Temperatur und die Bodenqualität in verschiedenen Höhen. Das Wetter spielte verrückt, doch ließen wir uns nicht von unserer Mission abbringen.

tl_files/fhg/faecher/bi/exkursion2016/Lumbricus2.jpgSchließlich erstellten wir mit den von uns gesammelten Daten Schaubilder und Plakate, welche wir uns gegenseitig präsentierten. Das Ergebnis: Die Vegetation und Biodiversität variiert von Schicht zu Schicht. Während an der Spitze der Halde außergewöhnliche Pflanzen in nur geringer Menge wuchsen, dominierten am Fuße der Halde uns besser bekannte Pflanzenarten wie zum Beispiel der Spitzahorn. Dies lässt sich vor allem auf die Nährstoffverteilung zurückführen. So ist die Nährstoffdichte im oberen Bereich der Halde auf Grund der Auswaschung durch die Niederschläge eher gering und nur bestimmte Pflanzenarten haben die Möglichkeit dort zu wachsen.  Diese Pflanzen bezeichnet man als Zeigerpflanzen für bestimmte abiotische Faktoren wie z.B. Licht und Säuregehalt des Bodens. So auch die Brennnessel, welche auf einen hohen Stickstoffgehalt hinweist und auch auf der Bergehalde häufig zu finden war. Und so sind wir dem Geheimnis der Halde ein Stückchen näher gekommen…

Ausgehungert und durchnässt begann nun der von uns allen freudig ersehnte Teil des Tages – das Grillen bei Immigs. Satt und ausgepowert ließen wir den Tag ausklingen und wuchsen als Bio-LK-Familie wieder ein Stück näher zusammen.